1. August 2026, bearbeitet am 3. August 2026

Einen Scheiß muss ich! Warum ich nicht ständig telefonisch erreichbar bin


telefonische Errreichbarkeit, kreative Auszeit mit einem Telefonhörer, der Pause macht

Auf diese Grenze bin ich stolz

Meine telefonische Erreichbarkeit folgt einer bewussten Entscheidung und zeigt die Wertschätzung gegenüber den Menschen, mit denen ich arbeite.

„Dich erreicht man ja nicht.“

„Erwischt man dich auch einmal?“

„Ich habe heute schon dreimal angerufen.“

Solche Kommentare höre ich immer wieder, und sie stimmen meist nicht mal. Früher habe ich versucht, mich dafür zu rechtfertigen. Heute denke ich meist nur noch:

„Einen Scheiß muss ich ständig erreichbar zu sein“

Dieser Satz richtet sich gegen niemanden. Er ist eine Entscheidung für konzentriertes Arbeiten, gute Gestaltung und vor allem für meine Kunden. So bin ich mit meinen Gedanken genau in dem Projekt, das dran ist, und nicht gleichzeitig „gschwend“ an fünf anderen Stellen.

Fühlst du dich bei ständigen Unterbrechungen ernst genommen?

Stell dir vor, wir sitzen gemeinsam in meinem Ideenreich. Zwischen uns liegen erste Skizzen, deine Wünsche und zahlreiche Gedanken. Wir sprechen über dein aktuelles Projekt und aus vielen kleinen Ideen entsteht gerade ein roter Faden.

Da klingelt das Telefon. Ich nehme den Anruf entgegen und steige danach wieder da ein, wo wir waren. Minuten später klingelt es erneut, weil wieder jemand sofort etwas von mir will.

Oder wir sind bei einem Termin bei dir vor Ort und schauen gerade ein Projekt an, das in die Umsetzung gehen darf. Wir brainstormen und überlegen, wie dein Wunsch sichtbar werden kann. Mein Telefon klingelt in der Zeit immer wieder und ich versuche nebenher andere in meiner ständigen Erreichbarkeit zu bedienen.

Ganz ehrlich. Würdest du dich in unserer Zusammenarbeit ernst genommen fühlen?

Das mute ich aus Respekt im Miteinander niemandem zu. Wir können immer nur eins richtig machen und daher mache ich eins nach dem anderen. Auch telefonieren …

Interessant wird es, wenn mein Festnetz besetzt ist und direkt danach mein Handy klingelt. Da denke ich mir jedes Mal: Du hast doch gerade gemerkt, dass ich telefoniere. Wie soll ich denn mit zwei Menschen gleichzeitig sprechen? Dazu kommen heute viele Termine per Zoom, in denen ich genauso fest eingebunden bin. Bis heute konnte mich noch niemand davon überzeugen, dass zwei Gespräche gleichzeitig am Ende bessere Ergebnisse liefern.

Warum dein Projekt bei mir ein lautloses Telefon verdient

Gute Gestaltung entsteht selten zwischen Dauerablenkung und „Ich brauche nur kurz …“. Eine Konzeption braucht Konzentration und gestaltende Beratung in meinem Ideenreich lebt davon, dass ich aktiv zuhöre. Wenn ich an deinem Projekt arbeite, lese ich zwischen den Zeilen, suche Zusammenhänge und stelle Fragen, die aus allem einen Mehrwert holen.

Mein Telefon bleibt während dieser Zeit lautlos. Diese Entscheidung hat mit Wertschätzung zu tun. Wer gerade mit mir arbeitet oder wessen Projekt ich bearbeite, verdient meine ungeteilte Aufmerksamkeit.

Eine Nachricht verändert alles

Für meine telefonische Erreichbarkeit gibt es nur eine einzige Voraussetzung:

Hinterlass mir eine Nachricht

Mein Telefon zeigt mir lediglich eine Nummer. Es verrät mir weder deinen Namen noch dein Anliegen. Gedankenlesen gehört bisher nicht zu meinen Leistungen.

Sobald ich meine aktuelle To-Want abgeschlossen habe, checke ich meine Nachrichten und melde mich zuverlässig zurück. Seit vielen Jahren funktioniert das erstaunlich gut. Natürlich nur bei denen, die mir nicht nur den Ball abspielen wollen und dann sauer sind, wenn ich nicht „just in time“ parat bin.

Diese Grenze schützt dein Projekt

Viele verbinden Grenzen mit Ablehnung. Für mich bedeuten sie Verantwortung.

Ich möchte keinem Kunden das Gefühl geben, dass sein Gespräch ständig unterbrochen wird, weil gerade andere lauter sind. Jeder Mensch, der mit mir zusammenarbeitet, bekommt dieselbe Aufmerksamkeit. Darum ist mein Motto ganz klar:

„Einer nach dem anderen“

Genau diese Arbeitsweise macht für mich den Unterschied. Ich arbeite mich in Unternehmen hinein, denke mit und suche so lange nach Lösungen, bis sich alles zu einem Ganzen verbindet. Diese Zeit möchte ich gegen nichts eintauschen, auch nicht gegen ein klingelndes Telefon.

Zwei Aussagen mit einer klaren Antwort

Zwei Blogparaden 2026 in der TCS von Judith Peters haben mich direkt abgeholt. Silke Geissen mit dem Aufruf „Einen Scheiß muss ich“ und Vera Wollenweber mit „Auf welche Grenze bist du stolz?“. Je länger ich über beide Fragen nachdachte, desto mehr wurde mir bewusst, dass sie für mich untrennbar mit einem Thema zusammengehören.

Eine Grenze fühlt sich oft erst wie ein Verzicht an. In Wirklichkeit entsteht daraus häufig etwas Wertvolles. Das zeigt meine telefonische Erreichbarkeit. Sie ist weder Zufall noch Bequemlichkeit. Sie ist eine bewusste Entscheidung für konzentriertes Arbeiten und für echte Wertschätzung.

Liebe Silke, liebe Vera, danke für eure beiden Impulse, die mir gezeigt haben, dass hinter einem vermeintlichen „Muss“ manchmal genau die Grenze steckt, auf die wir später stolz sind. Plötzlich hatte ich die passenden Worte für ein lästiges Dauerthema, das mich schon viele Jahre begleitet.

Am Ende geht es für mich nämlich gar nicht um ein Telefon. Es geht um Respekt. Vor deiner Zeit, deinem Projekt und dem Vertrauen, das du mir mit deiner Anfrage schenkst.

Fazit: Meine telefonische Erreichbarkeit in einem Satz

Meine telefonische Erreichbarkeit messe ich nicht daran, wie schnell ein Anruf entgegengenommen wird. Ich messe sie daran, wie zuverlässig ich zurückrufe und wie aufmerksam ich dem Menschen begegne, der gerade auf mich vertraut.

Jeder Kunde bekommt bei mir dieselbe Wertschätzung. Wer gerade an der Reihe ist, soll erleben, dass es in diesem Moment nur um sein Unternehmen geht. Danach ist der nächste dran. Genau dieses Prinzip begleitet mich und genau deshalb entstehen keine Lösungen zwischen Ablenkung und Dauerreichbarkeit.

Aufmerksamkeit ist mein Qualitätsversprechen

Wie würdest du dich fühlen, wenn unser gemeinsamer Termin alle fünf Minuten durch Anrufe unterbrochen würde? Damit unsere Zusammenarbeit für uns beide ganz unkompliziert funktioniert:

📞 Ruf mich einfach an.

🎙️ Hinterlass mir eine Nachricht auf dem AB oder per Mail.

✔️ Ich melde mich zurück, sobald du meine volle Aufmerksamkeit bekommen kannst.

💬 WhatsApp eignet sich wunderbar für „Ruf mich bitte an“, aktuelle Abstimmungen, ein schnelles „Passt so?“ oder „Ist alles angekommen?“. Rutscht eine Nachricht im Verlauf nach unten, heißt es schnell: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Eine Mail landet dagegen direkt auf meiner Projektliste.

Du wünschst dir eine gestaltende Beratung mit voller Aufmerksamkeit für dein Projekt?

Alles Weitere entsteht mit bewusster Zeit, viel Leidenschaft für gestaltende Beratung und einem roten Faden, der dich sichtbar macht.


Kommentare

  • Liebe Melanie,

    wie cool! Ein monothematischer Scheiß! Ich mag, wie du anhand des Telefonbeispiels die gesamte Tragweite der von vielen erwarteten ständigen Erreichbarkeit entfaltest und beleuchtest.

    Ich bin sehr angetan von deiner klaren Abgrenzung und von deiner Entscheidung für die Persönlichkeit, mit der du gerade bist. Respekt und Aufmerksamkeit sind seltene Güter, und einen Scheiß musst du dich ständig unterbrechen lassen.

    Praktisch, dass dein Thema bei Vera und bei mir gleichermaßen passt – ich freue mich sehr und fühle mich beschenkt von deinem klugen und auf vielen Ebenen wirkenden Artikel.

    Herzlichen Dank und liebe Grüße aus Hamburg
    Silke

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