28. August 2025

Buch gestalten im Eigenverlag: Ein Lausbuben-Herzensprojekt


Buch gestalten für Fidelis Krall und die Lausbuben von Haselfeld

Editorial Design lebt von echten Geschichten im Buch gestalten – und hier kannst du eine davon entdecken. Wie aus einer Idee ein fertiges Buch gestaltet wurde und wie ich meinen Kunden durch den gesamten Prozess begleitet habe.

Ein Herzensprojekt. Ein Kinderbuch im Eigenverlag. Eine bewusste Entscheidung gegen Verlagsregeln und für kreative Freiheit. Fidelis Krall hat seine Lausbubengeschichten selbst verlegt – und ich durfte als kreativer Kopf alles mitbegleiten. Von den ersten Textpassagen über das Konzept und den Buchsatz bis zum Druck. Jede Seite, jede Illustration, jede Entscheidung. Buch gestalten heißt für mich Mengensatz in reinster Form, inklusive Mitdenken, Mitfühlen, Mittragen.

Wir sind gemeinsam durch alle Fragen gegangen, die beim Selfpublishing aufkommen. Welches Format passt? Welche Schrift bringt den Ton rüber? Wie fühlt sich das Papier an? Wie läuft das mit der ISBN?
Im offenen Miteinander haben wir das komplette Buchlayout umgesetzt. Denn genau dort steckt das Leben. Da trifft Gestaltung auf Gefühl und genau das macht Editorial Design aus.

Editorial Design ist die gestalterische Umsetzung von Inhalten, die gelesen, verstanden und gespürt werden sollen. Es wurde ursprünglich für Zeitungen, Magazine und Broschüren entwickelt – also für redaktionelle Formate. Doch es geht dabei nicht nur um Satzspiegel oder Seitenzahlen. Gute Gestaltung unterstützt den Inhalt – sie trägt ihn, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Was für dieses Buch gilt, gilt auch für jede gute Broschüre, jeden Jahresbericht, jedes Kundenmagazin. Inhalt, Form und Haltung gehören zusammen.

Wenn du selbst dein Buch umsetzen willst, wirst du in dieser Geschichte viel finden: Antworten, Aha-Momente – und vielleicht genau die Klarheit, die du gerade suchst.

Was dich erwartet auf einen Blick

Wie das Projekt „Buch gestalten“ begonnen hat
Vom ersten Format bis zum fertigen Satz – wie das Buch Form annahm
Dann kam ein Punkt, der das Buch noch einmal verändert hat: die Illustrationen
Zusammenarbeit mit Substanz
Das fertige Buch – und eine Stimme, die für sich spricht
Die ungekürzte Kundenstimme von Fidelis Krall
Was ist eigentlich Editorial Design?
Buch gestalten im Eigenverlag – die 7 wichtigsten Schritte
Willst du dein eigenes Buchprojekt umsetzen?

Buch gestalten

Wie das Projekt „Buch gestalten“ begonnen hat

Der Autor Fideslis Krall hat mir damals eine ganz förmliche erste Mail mit einer Anfrage geschrieben. Ein paar Zeilen, direkt und mit konkreten Wünschen. Daraus wurde ein erstes Hin und Her, ein kleines Ballzuspiel mit offenen Fragen – und irgendwann stand mein Vorschlag im Raum: „Sollen wir uns nicht mal treffen?“

Also kam er zu mir ins Ideenreich und das meine ich wörtlich. Er brachte seine Geschichten mit – echte Lausbubengeschichten, die er früher seinen Kindern erzählt hatte. Und die er sicher heute noch mit ganzem Herzen erzählt. Fidelis Krall ist Unternehmer, Vater, mittlerweile vielfacher Opa. Er wollte, dass aus diesen Erzählungen ein Buch wird. Nicht für einen Verlag, sondern für Kinder und für erwachsene Kindsköpfe und alle, die beim Lesen wieder welche werden.

Die Lausbuben von Haselfeld …

spielen in einer Zeit, in der man noch ganz offiziell Lausbub sein durfte. Ich fand das herrlich. Ich habe selbst genug Flausen im Kopf und mich sofort wohlgefühlt. So nahm die Geschichte richtig Fahrt auf – und wir beide hatten richtig Lust, das durchzuziehen.

Er hatte keine Erfahrung mit der Verlagswelt, dafür viele Ideen und noch mehr Fragezeichen. Ich habe ihm ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben. Er ist ein Mensch der Tat und darum sollte er es live selbst wahrnehmen. Er hat sich hineingekniet, ist auf die Leipziger Buchmesse gefahren und hat mit Verlagen gesprochen. Ich wollte, dass er ein Gefühl für die Abläufe bekommt. Denn nach unserem ersten Konzept war schnell klar: Das ist kein Mainstream-Projekt. Zudem sind Kompromisse nicht so sein Ding.

Nach diesen ganzen Erfahrungen entschied er sich bewusst für den Eigenverlag. Kein Verlag, kein Fremdbestimmen oder Vorgabe. Dafür Herzblut, Eigenwillen und ganz viel „So will ich das“. In einen Termin hat er mal eine Aussage aus einem Verlag mitgebracht, die tief in ihm saß und er total unverschämt fand. Sie wollten, dass er es in die aktuelle Zeit umschreibt. Ich glaube, dass das der Moment war, in dem er entschieden hat, im Eigenverlag sein Buch umzusetzen.

Wie wir uns gefunden haben?

Auch so eine schöne Geschichte. It ganz schlecht, wie wir bei uns im Schwäbischen sagen. Übersetzt heißt das: also sehr gut. Das Ehepaar Krall hatte damals ein Kräuterkochbuch der Landfrauen in der Hand. Das lag auf deren Küchentisch und da stand mein Name im Impressum.

Dieses praktische Spiralbuch war ein Editorial-Projekt zur Landesgartenschau in Sigmaringen. Zusammen mit Elfriede, der damaligen Vorsitzenden war es eine Hauruckaktion. Ich muss grad lachen, wenn ich dran denke. Sie fragte mich nach Rat, was sie da verkaufen könnten, um bei den Besuchern dort in den Köpfen zu bleiben. Ich fragte sie ganz viel aus und zeigte ihr einige Ideen. Irgendwie waren wir bei Rezepten hängengeblieben und sie zeigt mir einen Schatz und Ordner voller Rezepte von echten Landfrauen. Nächtelang haben wir Rezepte, Fotos und Geschichten der Landfrauen zusammengetragen, gesetzt, gestaltet – damit zur Gartenschau ein fertiges Buch auf dem Tisch liegt. Und das war ein echter Renner. Ich weiß nicht mehr, wie oft wir es nachgedruckt haben. Aber genau durch dieses Buch hat Fidelis Krall mich gefunden.

So beginnt manchmal eine Zusammenarbeit. Nicht über große Präsentationen, oder Social Media, sondern über das Blättern in einem Kochbuch.

Vom ersten Format bis zum fertigen Satz – wie das Buch Form annahm

Als wir gemeinsam losgelegt haben, war schnell klar: Das hier wird kein einfaches Layoutprojekt. Fidelis Krall hatte ein Bild im Kopf, ich hatte Bücher im Regal und dazwischen entstand etwas Drittes. Etwas Eigenes.

Ich habe ihm Fragen gestellt, damit wir weitergehen konnten. Fragen, die Entscheidungen sichtbar machen. Welche Struktur soll das Buch haben? Was fühlt sich für ihn richtig an? Ich habe Muster vorbereitet, Formate gezeigt, echte Bücher aus meinem Fundus auf den Tisch gelegt – verschiedene Größen, Papierstärken, Einbände. Damit er nicht raten muss, sondern sehen, anfassen und vergleichen kann. Mit der nächsten Frage kam der nächste Schritt und so haben wir dem Projekt Lausbuben richtig Leben eingehaucht.

Dann kamen die Details. Materialwahl, Papier, Schrift. Lesefreundlichkeit war ein großes Thema. Ich habe ihm erklärt, was Lesbarkeit bedeutet. Darüber könnte ich stundenlang philosophieren, weil viele das gar nicht mehr wissen.

Ich bin froh, dass ich den Mengensatz von Grund auf gelernt habe. Wir hatten einen der besten Lehrer, die man sich wünschen kann. Er hat uns nicht mit Regeln bombardiert, sondern mit Neugier und Witz für Typografie begeistert. Davon zehre ich bis heute und er sitzt mir immer auf der Schulter, wenn ich in einer Umsetzung bin. Danke, Herr Wetzel.

Für die Texte habe ich Annegret aus meinem Netzwerk ins Boot geholt. Sie ist Lektorin, die mit einer solchen Ruhe und Klarheit arbeitet, dass ich schon manchmal neidisch werde. Sie hat den Geschichten den letzten Schliff gegeben. Fidelis Krall würde jetzt sagen: Das war kein Zuckerschlecken, alle Korrekturen durchbekommen zu haben.

Dann kam ein Punkt, der das Buch noch einmal verändert hat: die Illustrationen

Fidelis Krall hatte Bilder seiner Tochter, die wir zeichnerisch umsetzen wollten. Doch das war gar nicht so leicht. Ich habe gesucht, gefragt, angeklopft – niemand wollte das Thema übernehmen. Vielleicht, weil es so speziell war. Vielleicht auch, weil es zu viel Gefühl in seinen Geschichten brauchte. Dann kam Sabine. Ich weiß nicht mehr, wie genau der Kontakt zustande kam, doch es hat sofort gepasst. Bei ihm und bei mir.

Ihre ersten Zeichnungen haben bei mir wieder neue Ideen ausgelöst. Beim Buchdesign habe ich das Layout erneut ganz anders gedacht. Wir haben Bilder über den Bund laufen lassen. In diesem Designprojekt haben wir die Seiten so angelegt, dass die Illustrationen mit dem Text atmen. Das ist für mich Editorial Design: unsichtbare Führung und Atmosphäre durch stille Anordnung. Text und Bild, die zusammen mehr sind als die Summe ihrer Teile.

Parallel dazu haben wir uns um alles Organisatorische gekümmert. ISBN, Druckvorstufe, Versandlösung. Ich habe Druckereien angefragt, Angebote eingeholt. Währenddessen ging das Satzgerüst weiter. Ich habe gesetzt, geprüft, angepasst. Alles sollte passen – inhaltlich, gestalterisch und auch technisch.

Es war keine lineare Arbeit. Es war ein Pingpong. Wir haben uns ständig Rückmeldung gegeben, neue Wege gedacht und Ideen ausprobiert. Fidelis Krall sprach gern von Reibung. Ich nenne es Entwicklung. Wo er ein Problem sah, habe ich schon die Lösung gesehen. Genau das war die Stärke dieser Zusammenarbeit: Wir haben gemeinsam etwas geschaffen, das steht. Nicht glatt gebügelt, sondern lebendig.

Meine Rolle ist nicht die Layouterin. Ich denke mit und erzähle mit. Ich ordne, was noch unklar ist, und übersetze es in Form. Editorial Design ist für mich genau das: visuelles Erzählen mit Charakter – nicht laut, aber stimmig. Genau das steckt in diesem Buch. So viele Menschen haben zur Vision von Fidelis Krall beigetragen und das hat es zu etwas ganz Passendem gemacht.

Zusammenarbeit mit Substanz

Ich liebe es, wenn ein Kundenprojekt im Design lebendig wird. Wenn „man“ nicht nur abarbeitet, sondern mitdenken darf. Mein Netzwerk ist dafür meine Schatzkiste. Weil ich Menschen kenne, die ihren Job wirklich können und genau wie ich ein gutes Gespür für Projekte haben, die mehr sind als nur ein Auftrag. Ich bringe Struktur rein, halte Fäden zusammen, frage nach, wenn etwas noch nicht stimmig ist. Dabei höre ich genau hin, was zwischen den Zeilen mitschwingt.

Denn gute Gestaltung entsteht nicht aus Vorlagen. Sondern aus echtem Austausch – auf Augenhöhe, mit Vertrauen, mit Klarheit.

Foto Buchpräsentation Mit Fr

Das fertige Buch – und eine Stimme, die für sich spricht

Aus einer Idee wurde ein Buch. Eines, das ein ganz weiches Herz und echte Haltung in sich trägt. Das mit seinen Geschichten Generationen verbindet. Das am Ende bei der Buchpräsentation über 100 Gäste zum Lachen brachte – so sehr, dass selbst der Südkurier titelte, eine Comedy-Show hätte nicht unterhaltsamer sein können.

Doch bevor ich lange erkläre, was dieses Projekt für mich bedeutet hat, lasse ich lieber den Menschen zu Wort kommen, für den es gemacht wurde. Ich finde: schöner kann ein Entstehungsweg kaum erzählt werden.

Eine Kundenstimme, die genauso eigenwillig wie wunderbar ist – und die unsere Reise vom Lausbuben zur Buchgestaltung als Editorial Design Beispiel auf ihre ganz eigene Weise erzählt.

Die ungekürzte Kundenstimme von Fidelis Krall

„Lausbuben von Haselfeld“ – Die Geschichte hinter dem Buch, erzählt vom Autor selbst:

Es war einmal … ein junger Vater, der seinen Kindern immer im Bett Geschichten aus seiner eigenen Kindheit erzählte. Eigentlich hatte der Anfang der Geschichten einen wahren Kern: wie zwei Lausbuben einen Mitbürger damit ärgern können, indem sie Steine auf einen blechernen Abwasserdeckel werfen.

So ziemlich alles andere an den Geschichten war dann frei erfunden. Doch immer klar war, dass diese Geschichten der inzwischen ergraute Vater in einem Kinderbuch wieder aufleben lassen würde. Irgendwann halt!

Doch irgendwann kam dann doch. Der ergraute Vater, inzwischen ein erfolgreicher Geschäftsmann, begab sich in die Unterwelt des Verlagswesens und stellte fest: Wie ticken die denn? Der zwischenzeitlich etwas genervte Neu-Autor konnte es nicht glauben, dass kein Verlag das „vermutlich weltbeste Kinderbuch“ drucken wollte.

Denn der uneinsichtige Autor wollte nicht glauben, dass irgendwelche Pfuscher, Lektoren und Verleger genannt, auch nur ein Komma an seinen Geschichten ändern dürften. Zwischenzeitlich konnte der Geschichtenschreiber auch eine nette Dame ausfindig machen, die Bilder kreierte, die offensichtlich nur ihm selbst gefielen. Wie bezeichnete eine so hochnäsige Dame in einem Verlag diese Bilder? Sie sind etwas „traditionell“, schwäbisch ausgedrückt: „Altbacha“ (dafür gibt es keinen hochdeutschen Ausdruck).

Jetzt reichte es dem vermutlich weltbesten Kinderbuchautor aber endgültig. Wenn die unfähigen Banausen das wahre Leben von Landkindern nicht interessiert, dann ziehe ich das selbst durch. Wie so vieles in seinem Leben. So die Ansage an sein Umfeld.

Durch Zufall, sowie Anfragen bei Bekannten, führte der Weg schließlich nach Betzenweiler. Eine Melanie Hafner soll dort „it ganz schlecht sein“. (Das ist die schwäbische Bezeichnung für sehr gut!!!)

Der eigensinnige Weltautor und die bedauernswerte Frau Hafner hatten sich zum Ziel gesetzt, das Wunderwerk im Eigenverlag für den Druck aufzubereiten. Frau Hafner oblag es nun, die Sache so umzusetzen, dass am Ende eine runde Sache daraus wird.

Jetzt begann die eigentliche Arbeit für Frau Hafner. Sie unterbreitet Vorschläge für die Buchgröße, das Material der Seiten sowie die Schriftformen. Der Autor konnte sich bis dahin nicht vorstellen, welche Arbeit und Aufwand sich hinter dem Begriff „Layout“ verbirgt. Und wenn es auch dem Selbstverleger nicht in den Kram passte: Ohne Lektorat geht’s trotzdem nicht. Auch hier hatte Frau Hafner gleich die passende Adresse und Lösung parat. Das wäre sicherlich etwas einfacher geworden, wenn der Autor nicht immer selbst bei den Design- und Überarbeitungsvorschlägen seinen Senf dazugegeben hätte.

Noch eine Überraschung: Ein Buch braucht eine ISBN. Wer macht das schon wieder? Ja, Frau Hafner hatte es nicht so leicht. Wofür brauchte er das denn schon wieder? Doch auch da konnte sie umsetzen.

Dann wieder ein Zufall auf der Suche. In Sigmaringen wohnt eine Sabine Hermann, eine Tochter von einem Schulfreund des Autors. Die soll schön zeichnen können. Doch eine Anfrage ergab: Nö, sie will nicht, hat keine Zeit, und überhaupt … Nö!

Eine Lebensweisheit des Buchautors war jedoch schon immer: „Einen Zigeuner wirfst du vorn raus, dann kommt er hinten wieder rein.“ (Hochdeutsch: Ein Nein interessiert mich nicht. Aufgeben ist nicht meins.)

Er schickte ihr von dem „vermutlich weltbesten Kinderbuch“ zwei Kapitel zu. Hoppla, plötzlich hatte sie Lust und Zeit. Und sie malte Bilder, so traditionell, wie es der Eigenwillige aus Wald wollte. Diese Bilder galt es nun wieder in das Gesamtkonzept einzuarbeiten. Nur gut, dass man eine Frau Hafner hat.

Die Sache wurde so langsam interessant und nahm Fahrt auf. Doch Frau Hafner blieb der Fels in der Brandung. Sie hatte so viele Ideen, die auch die Bildauswahl und Anordnung noch beeinflussten.

Jetzt wurde diskutiert, wer das Buch drucken soll, und welche Absatzkanäle vielversprechend sind. Doch wie in einem Märchen fügte sich am Ende alles zum Guten. 

Der Schluss: Klar, die Buchpräsentation. Die Damen Hafner und Hermann waren dazu extra nach Wald gekommen. Mehr als 100 Zuhörer verfolgten die Veranstaltung. Originalzitat SÜDKURIER: Eine Comedy-Show hätte die Gäste nicht mehr zum Lachen bringen können, als diese Lesung.

Danke an Frau Hafner für die super Ideen, an ihre Geduld und dafür, dass es dank ihres großen Zutuns wirklich das „vermutlich weltbeste Kinderbuch“ wurde.

Sorry, Frau Hafner, ich entschuldige mich nochmals für Vieles. Es war „gar it immer so gmoit“.

Grüße aus Wald – Fidelis Krall 

Danke für dieses Testimonial von Ihnen, lieber Fidelis Krall. Ihre Geschichte, Worte, Dankbarkeit und Wertschätzung machen mich sprachlos … und das schafft nicht jeder.

Was ist eigentlich Editorial Design?

Editorial Design ist die Gestaltung von Inhalten, die gelesen, verstanden und gefühlt werden sollen. Es beginnt nicht mit der Schriftwahl, sondern mit dem Verstehen. Was will gesagt werden? Wer soll sich angesprochen fühlen? Und was braucht es, damit das Ganze wirkt?

Ich sehe mich dabei nicht lediglich als Layouterin. Ich denke mit, ordne, frage nach und übersetze Inhalte in Form. Editorial Design ist für mich visuelles Erzählen – klar, ehrlich und ohne Schnickschnack.

Ob Kinderbuch, Imagebroschüre oder Kundenmagazin: Das Prinzip bleibt gleich. Editorial Design verbindet Inhalt, Struktur und Gestaltung so, dass eine runde Sache daraus wird. Keine lose Blattsammlung. Kein Deko-Projekt. Sondern ein durchdachtes Ganzes mit Charakter.

Buch gestalten im Eigenverlag – die 7 wichtigsten Schritte

Ein „Buch gestalten“ ist ein kreativer Prozess mit vielen Entscheidungen. Diese 7 Schritte bilden das stabile Fundament für ein Buch im Eigenverlag – ob Kinderbuch, Ratgeber oder Herzensprojekt.

Das hier ist kein Handbuch, das dich zum Fachmenschen macht. Spielst du mit dem Gedanken, dein eigenes Buch zu gestalten? So bekommst du hier eine klare Vorstellung davon, was alles dazugehört. Warum das mehr ist, als nur hübsche Seiten zu setzen, denn dafür braucht es mehr.

  1. Ziel & Inhalt klären: Was soll das Buch erzählen? Wer ist die Zielgruppe? Wofür soll es stehen? Eine klare inhaltliche Ausrichtung ist der erste Schritt für gutes Editorial Design.
  2. Format & Umfang festlegen: Softcover oder Hardcover? Quer- oder Hochformat? 48 Seiten oder 200? Die äußere Form entsteht nicht zufällig – sie folgt dem Inhalt und dem Lesefluss.
  3. Struktur & Dramaturgie entwickeln: Welche Kapitel braucht es? Wie beginnt das Buch, wie endet es? Und was führt den Leser durch? Ein roter Faden ist das A und O – auch visuell.
  4. Typografie & Layout gestalten: Welche Schrift passt zur Tonalität? Wie werden die Seiten aufgebaut? Vom Satzspiegel bis zum Mengensatz – hier entsteht das eigentliche Leseerlebnis.
  5. Lektorat & Feinschliff einplanen: Auch Herzensprojekte brauchen einen zweiten Blick. Ein professionelles Lektorat sorgt für sprachliche Klarheit, Leserfreundlichkeit und Glaubwürdigkeit.
  6. Illustration & Bildwelt integrieren: Wenn Bilder dazukommen: Wo sitzen sie, wie groß sind sie, wie ergänzen sie den Text?  Gestaltung lebt vom Zusammenspiel aller Elemente.
  7. Druck & ISBN organisieren: Papierwahl, Druckerei, ISBN, Verkaufsweg – alles, was du brauchst, um dein Buch professionell zu gestalten und zu veröffentlichen. Hier entscheidet sich, wie professionell das fertige Buch wirkt.

Willst du dein eigenes Buchprojekt umsetzen?

Dann freue ich mich auf eine Nachricht von dir. Ich begleite Buchprojekte mit ganzer Leidenschaft für den Mengensatz – von der ersten Idee bis zum Druck. Auf meiner Unterseite findest du noch mehr Informationen rund um Text, der weit über seine Seite hinausgeht.

Demnächst wird es eine Checkliste oder einen Fachartikel geben, der dir bei der Vorbereitung deines Buchprojekts hilft. Damit du nichts verpasst, trage dich gern in meinen Newsletter ein.

Editorial Design ist für mich kein Buzzword, sondern gelebte Zusammenarbeit aus Klarheit, Handwerk und Haltung. Du möchtest etwas Eigenes umsetzen, ein Buch gestalten beziehungsweise Magazin, Broschüre, Katalog oder eine Imagebroschüre umsetzen?


Kommentare

  • Liebe Melanie!
    Dieser Artikel passt wie dur Faust aufs Auge. Ich habe gerade mein Manuskript für mein Kinderbuch fertig gestellt. Es wurde schon lektoriert und nun stehe ich vor der nächsten Aufgabe. Layout und Illustration. Ich habe es mehreren Verlagen angeboten, allerdings noch keine Antwort erhalten. Dein Artikel ermutigt mich, weiter zu machen. Vielleicht komme ich noch einmal auf dich zurück. Gut zu wissen, dass Hilfe in der – nicht geografischen – Nähe ist.
    Liebe Grüße
    Anke


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