13. Juli 2026, bearbeitet am 14. Juli 2026

Ein markantes Erscheinungsbild beginnt in der Gewürzschublade


Meine drei Lieblingsgewürze Basilikum, Tellicherry-Pfeffer und geräucherter Paprika auf einem Holzbrett als Inspiration für ein markantes Erscheinungsbild

Warum ein bleibender Gesamtauftritt mehr braucht als Salz und Pfeffer

Mein Mann Armin öffnet den Küchenschrank, schaut mich an und grinst. „Sag mal, willst du heute eigentlich noch kochen oder planst du wieder eine Weltreise durch deine Gewürze?“

Offen gestanden hat er gar nicht so unrecht. Während andere ein Glas Paprikapulver und einen Pfefferstreuer im Schrank stehen haben, stapeln sich bei uns kleine Dosen, Gläser und Tütchen aus den unterschiedlichsten Ecken der Welt. Einige haben wir von unseren Reisen nach Hause gebracht, andere haben ihren Weg über Menschen zu uns gefunden. Sie haben uns mit ihren Gewürzen ein kleines Stück ihrer Heimat in unsere Küche gebracht.

Als bekennende Gewürzhexe fange ich in meinem Gewürzglas eine Stimmung ein. So stehe ich nicht jedes Mal vor Schubladen und Schränkchen, während Armins Magen knurrt. Denn irgendwann wurde die Sammlung so groß, dass ich anfing, meine eigene Gewürzmischung zu machen. Mit einem fetten Gewürzbuch und den jeweiligen Bedeutungen geht es immer wieder aufs Neue los, wenn mein Glas sich füllen lassen möchte. Beim Mischen sind mir auch schon die ein oder anderen Designs eingefallen.

Als ich den Aufruf las, meine drei Lieblingsgewürze vorzustellen, dachte ich zuerst, das wird einfach. Basilikum. Tellicherry-Pfeffer. Geräucherter Paprika. Fertig. Doch während ich über meine drei Lieblingsgewürze nachdachte, wurde mir plötzlich klar, dass es für mich noch um etwas ganz anderes geht. Nämlich um die Frage, wie ein markantes Erscheinungsbild beginnt. Denn beim Kochen wie beim Gestalten kommt es auf die richtige Mischung an.

Noch bevor wir den ersten Bissen probieren oder das erste Wort lesen, erzählen Farben, Formen und Materialien bereits ihre eigene Geschichte. Darin steckt für mich visuelle Kommunikation.

Impuls für die Vielfalt der Aromen

Als ich den Aufruf zur Blogparade „Meine drei Lieblingsgewürze und wo ich sie einsetze“  von Sapori del Mondo las, dachte ich sofort an meine Printserie „Wir bringen Würze in deine Werbung“. Inspiriert durch die Vielfalt der Gewürze inklusive Farbwelt war ich sofort mitten drin und voll dabei. Danke Daniela Beer für deinen Impuls.

Was dich erwartet auf einen Blick

  1. Meine drei Lieblingsgewürze
  2. Knoblauch gehört auch nicht in den Kuchen
  3. Das beste Gewürz steht auf keiner Zutatenliste
  4. Wir bringen Würze in deine Werbung
  5. Fazit: Am Ende zählt die richtige Mischung
Vintage-Letter aus Holz mit dem Wort „Drei“ auf einem Gewürzbrett zwischen verschiedenen Gewürzen als Sinnbild für ein markantes Erscheinungsbild

Meine drei Lieblingsgewürze

Gewürze packen mich nicht nur geschmacklich, es sind auch diese intensiven Farben. Sie erzählen oft sogar mehr als der Geschmack selbst. Noch bevor der erste Löffel den Mund erreicht, hat das Auge längst entschieden. Mit einem Erscheinungsbild passiert das Gleiche.

Beim Fotografieren für die Beitragsbilder bemerkte ich, dass meine drei Lieblingsgewürze zusammen schon fast wie ein Moodboard aussehen.

Basilikum ist für mich dieses satte Grün, das ich direkt schon beim Anschauen rieche. Sobald ich ein Blatt zwischen den Fingern reibe, steigt mir dieser volle Duft in die Nase und ich weiß wieder, warum diese Pflanze im Ayurveda seit Jahrtausenden als heilig und kraftvoll gilt.

Beim Tellicherry-Pfeffer kommt zuerst die Wärme und kurz danach dieser kräftige Geschmack, der sich langsam im Mund ausbreitet. Er trägt den Namen „König der Gewürze“ zu Recht, weil schon ein paar frisch gemahlene Körner reichen und ein Gericht plötzlich ganz anders dasteht.

Geräucherter Paprika schmeckt für mich nach Glut, Holz und einem Abend draußen, an dem spät in der Nacht jeder näher ans Feuer rückt. Schon beim Öffnen der Dose kommt mir dieser warme Rauch entgegen und die tiefrote Farbe macht den Rest.

Manche meiner Entwürfe ergeben sich daraus zwischen meinen Lieblingsgewürzen, weil Gestaltung für mich exakt das ist. Zutaten entdecken. Kombinieren. Weglassen. Noch einmal probieren, bis alles lecker schmeckt.

Farben, Typografie, Formen und Materialien übernehmen dabei dieselbe Aufgabe wie meine Gewürze. Erst ihre Kombination erzählt die Geschichte eines Unternehmens.

Knoblauch gehört auch nicht in den Kuchen

Jeder kennt das. Hier eine Idee, oder das sieht doch gut aus, und irgendwann ist alles drin und schmeckt nach gar nichts mehr. Genauso formen sich meist viele Logos, Posts oder Websites. Hier noch ein Schatten, oder noch kurz ein anderer Slogan und die drei Leistungen hätten auf der Visitenkarte doch auch noch Platz. Den QR-Code wird dann halt kleiner, damit er auch noch Platz hat.

Eine Marke wächst daran, dass sie individuell und einzigartig ist. Deshalb landet auch nicht jede Idee in Kundenprojekten für einen starken Wiedererkennungswert. Beim einen passt es, beim anderen schmeckt es total daneben. Während eine topaktuelle Schrift bei einem Kunden total passend ist, wäre sie beim anderen der Knoblauch im Kuchen. Wir sammeln alle Zutaten, und wenn alles zusammenpasst, entfaltet sich ein Auftritt, den deine Wunschkunden im Kopf behalten. Sie denken dann in dem Moment an dich, wenn sie dich brauchen.

Das beste Gewürz steht auf keiner Zutatenliste

Während ich diesen Blogartikel geschrieben habe, ist mir plötzlich etwas bewusst geworden. Ich bin gar keine Gewürzhexe, weil ich so gerne koche. Ich liebe es einfach, Dinge miteinander zu kombinieren, und bin eher eine Zutatenflüsterin.

Zieht mich deshalb auf Reisen jeder Gewürzladen magisch an? 

Ich schaue Farben an, rieche daran und überlege sofort, was wohl zusammenpassen könnte. Zuhause geht das Spiel weiter. Das Gewürzbuch liegt auf dem Tisch, das Glas steht bereit, und dann ergibt sich wieder eine neue Mischung. Mal passend für die Jahreszeit und manchmal auch einfach für das Jetzt.

In meinem Ideenreich mache ich den ganzen Tag auch nichts anderes.

Ich kombiniere Menschen mit Ideen. Ich verbinde Grafikdesign mit Werbetechnik. Wir rocken dein Design. Aus einem Logo entsteht ein Corporate Design und daraus eine Fahrzeugbeschriftung, es kommt eine Website dazu und irgendwann steht der Kunde vor einer Folierung oder einem Leitsystem. Alles greift ineinander wie die Zutaten einer guten Gewürzmischung.

Vermutlich sehe ich deshalb auch sofort, wenn noch etwas fehlt. Ich kann es selten in Worte fassen und sehe einfach, dass die Mischung bislang nicht aufgeht. Manche Auftritte erinnern mich an zu viel Muskat. Eine kleine Prise macht ein Gericht b’sonders, allerdings überdecken drei Esslöffel alles andere und sind viel zu viel.

Deshalb fliegt während einer gestaltenden Beratung auch mal eine Idee wieder aus dem Wunschtopf. Jede Zutat bekommt ihren Platz. Manchmal fehlt noch was oder es ist schon zu viel drin, und dann kommt dieser eine Moment, in dem plötzlich alles zusammenpasst.

Vielleicht beginnt jede gute Gestaltung mit derselben Frage wie leckeres Essen. Es ist die Kunst des Kombinierens, verbunden mit aufmerksamem Zuhören. Was passt wirklich zusammen?

Wir bringen Würze in deine Werbung

Viele Designs sehen auf den ersten Blick ganz ordentlich aus. Ein Logo hier, ein Flyer da und ein Schild hängt auch irgendwo. Dennoch passiert beim Anschauen kein Freudentanz im Kopf und du vergisst es wieder. Dort beginnt für mich gestaltende Beratung.

Wir würzen nicht darüber. Wir kochen von Grund auf.

Es muss hübsch aussehen, am besten in der Masse untergehen, in einem zarten Beige auf weißem Hintergrund und mit einer Handschrift, die nicht lauter nach Mainstream schreien könnte. Das haben wir alles schon unzählige Male gesehen und darum vergessen wir es sofort wieder.

Ein markantes Erscheinungsbild entsteht selten zufällig. Es wächst aus vielen kleinen Entscheidungen, die zusammenpassen. Diese feinen Unterschiede sprechen längst mit deinen Wunschkunden, bevor sie das erste Wort auf deiner Website, deinem Fahrzeug oder deiner Visitenkarte gelesen haben.

Handgemischte Gewürzmischung im Glas als Symbol dafür, wie durch die richtige Kombination ein markantes Erscheinungsbild und visuelle Kommunikation entstehen

Fazit: Am Ende zählt die richtige Mischung

Möglicherweise buchen meine Kunden deshalb am Anfang oft nur ein Logo und gehen am Ende mit einem ganzen Gefühl für ihren Auftritt nach Hause.

Der Weg entsteht im echten Miteinander, mit ehrlichen Fragen, wenn wir gemeinsam hinschauen und den Mut zum Probieren haben. Manchmal fehlt eine Prise Mut oder eine Idee darf wieder weg, bis sich alles zu einem Erscheinungsbild mit b‘sonderer Markenidentität verbindet, das nach dir schmeckt. Wo gestaltende Beratung ineinandergreift und genau darin die Kraft visueller Kommunikation liegt. Ein Erscheinungsbild erzählt schon lange eine Geschichte, bevor Worte überhaupt eine Chance bekommen.

Während ich das schreibe, muss ich schon wieder grinsen. Armin hat den Tisch wahrscheinlich längst gedeckt und ich stehe immer noch mit meinem Gewürzglas in der Hand. Manche Dinge ändern sich eben nie.

Die besten Ideen nehmen dort Form an, wo andere einfach nur eine Gewürzschublade sehen.

Seit dieser Blogparade weiß ich, dass meine Küche und mein Ideenreich mehr gemeinsam haben, als mir bisher bewusst war, und dein Wiedererkennungswert wartet längst auf die richtige Mischung.


Kommentare

  • Liebe Melanie, was für einen schönen Artikel du geschrieben hast. Genau, Gewürze sind nicht nur Gerüche, sondern auch Farben und Erinnerungen. So wie auch in deinem Bereich nicht nur ein Aspekt wichtig ist, sondern alles vielschichtiger ist. Rauchpaprika liebe ich übrigens auch 😊. Eigentlich habe ich gefühlte 100 Lieblingsgewürze.
    Herzliche Grüsse
    Daniela

  • Liebe Melanie,
    dieser Artikel bist wieder ganz Du. Gewürze als Aufhänger für Deine „Gestalten Beratung“ – wie geil ist das denn!
    Meine Lieblingsgewürze sind: Oregano, Chilliflocken und Kräuterzsalz.
    LG Sylvia

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